Mehr Mobilität mit weniger Verkehr – nachhaltig, effizient, machbar

Fehlplanungen und Versäumnisse prägen die Verkehrsinfrastrukturpolitik der vergangenen Jahrzehnte. Obwohl das Verkehrsaufkommen im Güter- und Personenverkehr, also die Mobilität, seit über 20 Jahren nicht mehr zunimmt, werden immer mehr Straßen gebaut. Die unzähligen Groß- und Neubauprojekte führen aber nicht zu mehr Mobilität, sondern nur zu mehr Verkehr. Sie verhindern, dass genug Geld in den Erhalt der Infrastruktur fließt. Und sie bewirken eine massive Zunahme des Transitverkehrs durch ganz Deutschland.

Ausbau der A8 bei Gruibingen; Foto: CC BY-NC-SA 2.0 / marlon_75

Verkehrsträgerübergreifende Infrastruktur- und Verkehrsplanung findet bisher nicht statt. Verlagerung von Verkehr ist nicht ernsthaft gewollt. Chancen nachhaltiger Logistik und der Regionalisierung von Verkehrsströmen werden nicht genutzt. So werden die Umweltziele im Verkehr – Minderung der Treibhausgase, der Schadstoffe, des Lärms sowie Schutz von Natur und Landschaft – konsequent verfehlt.

Im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) werden die Investitionen in den Erhalt, Aus- und Neubau aller Verkehrsträger für 15 Jahre festgelegt. Der BVWP war bisher ein straßenbauorientiertes Werk, das einerseits Großprojekte enthielt, andererseits die Wünsche der Länder, Landräte und Bürgermeister nach hunderten Ortsumfahrungen aufsummierte. Die Arbeiten am nächsten BVWP für die Jahre von 2015 bis 2030 haben begonnen. Trotz guter Grundkonzeption und vielen zu begrüßenden Oberzielen, fällt die Planungspraxis in alte Reflexe zurück. Das zeigen die neuen Verkehrsprognosen, die mit schlauen Tricks ein massives Verkehrswachstum um 40 Prozent im Straßengüterverkehr bis 2030 vorhersagen. Beruhigend: Vor wenigen Jahren haben die gleichen Gutachter noch plus 80 Prozent bis 2025 prophezeit.

Umweltgerechte und kostengünstige Alternativen zu Straßen umsetzen

Ausschnitt aus BUND-Karte "50 Alternativen für den BVWP"

Neben Schienenwegen und Wasserstraßen regelt der BVWP die Fernstraßenplanung (Autobahnen und Bundesstraßen). Der BUND begleitet diesen Planungsprozess aktiv von Anfang an. Beispielsweise hat der BUND bei 50 umstrittenen Projekten eigene umweltgerechte und kostengünstigere Alternativen gemeldet. Mehr...

Netzstrategie und intelligente Logistikkonzepte statt Prestigeprojekte

Bahnschienen; maximilianjunker/ CC BY-NC-SA 2.0

Bei den Schieneninvestitionen dominieren immer noch Prestigeprojekte. Stattdessen sind eine Netzstrategie sowie Investitionen in die überlasteten Knoten und die Korridore der Seehafen-Hinterlandverkehre notwendig. Zudem bedarf es einer abgestimmten Hafenpolitik auf europäischer Ebene, begleitet von einem intelligenten Logistikkonzept. Mehr...

Flächenverbrauch vermeiden und tatsächliche Beteiligung ermöglichen

Wald und Wiese; Foto: CC BY-ND 2.0 / dorena_wm

Der Flächenneuverbrauch in Deutschland liegt noch immer bei über 70 Hektar pro Tag. Der BUND fordert eine Flächenkreislaufwirtschaft. Problematisch bei Verkehrswegen sind auch die Zerschneidungswirkungen. Deswegen ist eine frühzeitige Beteiligung erforderlich, die neben dem "Wie"auch das "Ob" einer Planung einschließen muss. Mehr...



BUND-Alternativen zur PKW-Vignette

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